Der aus Togo stammende Steyler Missionar Pater Janvier Koutandji SVD wurde am 7. April 2026 von Bischof Étienne Guillet zum Generalvikar der Diözese Saint Denis ernannt. Er ist damit das erste Ordensmitglied der Mitteleuropäischen Provinz, das in ein so hohes diözesanes Amt berufen wurde.
Pater Koutandji, 42, stammt aus Togo, trat dort 2009 in die „Gesellschaft des Göttlichen Wortes (SVD)“ ein und wurde 2015 zum Priester geweiht. Sein Missionseinsatz führte ihn nach Paris, wo die Steyler Missionare zwei Pfarren mit mehreren Gemeinden am Stadtrand von Paris betreuen. Pater Janvier Koutandji war bisher in der Pfarre Noisy-le-Grand sowie in der diözesanen Jugendarbeit und in der Gefängnisseelsorge tätig. Er erwarb sich das Vertrauen von Bischof Ètienne Guillet, der seit 2025 die Diözese leitet. Bereits im Vorjahr berief der Diözesanbischof Pater Koutandji in seinen engeren Bischofsrat.
„Große Anerkennung für Pater Janvier und unseren Orden“
Der Provinzial der Mitteleuropäischen Provinz, P. Christian Stranz SVD, gab mit „einem lachendem und einem weinenden Auge“ die Zustimmung zur Ernennung Pater Koutandjis zum Generalvikar. „Einerseits ist es eine großartige Anerkennung für Pater Janvier, dem ich herzlich zu dieser verantwortungsvollen Aufgabe gratuliere. Andererseits bedeutet seine Ernennung in dieses Amt eine Herausforderung für die Personalsituation im Distrikt Paris, wenn ein kompetenter Mitbruder plötzlich ausfällt. Aber – nichts desto trotz – ist es ein großes Zeichen der Wertschätzung für unsere Ordensgemeinschaft.“
Neben Pater Janvier wurde auch schon im Januar dieses Jahres P. Marcel Martinko SVD von seinen Priesterkollegen zum stellvertretenden Vorsitzenden des Priesterrates von Saint Denis gewählt.
Diözese Saint Denis: Hoher Migrantenanteil und großen soziale Herausforderungen
Die 1966 gegründete Diözese Saint Denis ist eine der jüngsten und gleichzeitig die ärmste Diözese Frankreichs. Sie umfasst 85 Pfarren, mehr als 1,8 Millionen Menschen leben im Diözesangebiet, davon 717.000 Katholiken, die von nur 12 Diözesanpriestern betreut werden. Bischofskirche ist die berühmte gotische Kathedrale von Saint Denis, eine der ersten in diesem Stil, in der fast alle französischen Königinnen und Könige beerdigt wurden.
Saint Denis in den Banlieus von Paris ist mit politischen und sozialen Herausforderungen konfrontiert. Die Region ist geprägt von der großen Zahl an Migranten, die zum Teil ohne Aufenthaltsgenehmigung in Frankreich leben. Saint Denis gilt als Hotspot für Gewalt, Kriminalität und Drogen, viele Bewohner sind arbeitslos.
Der Anteil der muslimischen Bevölkerung in der Diözese ist mit 70 Prozent sehr hoch. Bischof Guillet verweist auf den guten interreligiösen Dialog in der Diözese. Viele muslimische Familien schicken ihre Kinder zum Beispiel auf katholische Schulen. Die politischen Verantwortungsträger schätzen, dass die katholische Kirche Brücken zu anderen Religionen und verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen baut.
In den letzten Jahren stieg in der Diözese die Zahl junger Menschen, die Katholiken werden möchten. Auch die Steyler Missionare begleiten in ihren Pfarren jedes Jahr etwa zahlreiche jugendliche und erwachsene Katechumenen bei der Vorbereitung auf Taufe, Erstkommunion und Firmung.

