Erstellt von Peter Lewandowski
Steyler Projekt

Beschenkt zurückgekehrt

Beschreibung

Mitleben auf Zeit - das MaZ-Programm - kann eine tolle Chance für junge Menschen sein | Fotos: SVD

Im Gespräch mit Leben jetzt erzählen Marie Tensing und Felix Ickerodt von Gastfreundschaft, Gemeinschaft und davon, warum sie heute manches anders sehen als vor ihrer Reise.

Was fehlt Ihnen von Ihrem Jahr in Bolivien beziehungsweise Paraguay heute am meisten?

Marie Tensing: Das Leben an sich. Es war ein Komplettpaket. Ich habe mit den Schwestern zusammengelebt, gearbeitet, eingekauft, gebetet und meinen Alltag geteilt. Morgens begann der Tag mit einem gemeinsamen Gebet, dann Frühstück, Arbeit und Begegnungen. Dieses Miteinander hat mich sehr geprägt.

Felix Ickerodt: Bei mir ist es vor allem die Gemeinschaft. Ich habe auf dem Gelände der Schule gewohnt und war praktisch nie allein. Man hat gemeinsam gearbeitet, gegessen, Sport gemacht und Zeit miteinander verbracht. Nach einem Jahr entstehen enge Beziehungen. Wenn man dann zurück nach Deutschland kommt, merkt man erst, wie sehr einem dieser Alltag fehlt.

Sind Sie noch mit Menschen aus Bolivien und Paraguay in Kontakt?

Felix Ickerodt: Ja, mit einigen. Wir schreiben uns ab und zu Nachrichten oder schicken Fotos. Es ist ein bisschen wie eine moderne Brieffreundschaft.

Marie Tensing: Bei mir auch. Manche Menschen begleiten mich bis heute. Selbst wenn man nicht ständig Kontakt hat, bleibt eine besondere Verbindung.

 

Warum haben Sie sich damals überhaupt für ein MaZ-Jahr entschieden?

Felix Ickerodt: Ich interessiere mich schon lange für das Thema internationale Zusammenarbeit und könnte mir vorstellen, später einmal in diesem Bereich zu arbeiten. Durch ein Praktikum bei der Arnold-Janssen-Stiftung bin ich auf das MaZ-Programm aufmerksam geworden. Die Möglichkeit, eine neue Kultur kennenzulernen, eine Sprache zu lernen und für längere Zeit in einem anderen Land zu leben, hat mich sofort angesprochen.

Marie Tensing: Bei mir war es ein Pfingstfest der Steyler Missionsschwestern in Steyl, das ich mit einer Freundin besucht habe. Dort habe ich viele ehemalige MaZlerinnen und MaZler erlebt. Diese Gemeinschaft hat mich beeindruckt. Ich habe gespürt, dass diese Menschen etwas verbindet, und wollte herausfinden, was das ist.

Mit welchen Erwartungen sind Sie aufgebrochen?

Marie Tensing: Kurz vor der Ausreise gab es auch Momente, in denen ich dachte: Wenn es jetzt doch nicht klappt, wäre das auch nicht schlimm. Der Abschied von Familie und Freunden war schwer. Aber als ich schließlich im Flugzeug saß, habe ich versucht, möglichst offen zu bleiben und die Dinge auf mich zukommen zu lassen.

Felix Ickerodt: Ich hatte natürlich Vorstellungen, aber keine festen Erwartungen. Wir wurden gut vorbereitet, trotzdem wusste ich, dass vieles anders sein würde als in Deutschland. Genau das hat mich gereizt.

 

Wann hatten Sie das Gefühl, angekommen zu sein?

Felix Ickerodt: Das kam schrittweise. Irgendwann merkt man, dass man nicht mehr nur beobachtet. Man kennt die Menschen, versteht die Witze, wird zu Geburtstagen eingeladen und gehört ein Stück weit dazu.

Marie Tensing: Genau. Es gab keinen einzelnen Schlüsselmoment. Aber irgendwann habe ich gemerkt, dass ich nicht mehr nur Besucherin bin, sondern Teil des Alltags geworden bin.

Welche Begegnung werden Sie nie vergessen?

Felix Ickerodt: Kurz vor meiner Rückreise waren meine Eltern zu Besuch. Mitten im paraguayischen Chaco blieb unser Auto liegen. In der Nähe stand ein einzelnes Haus. Eine ältere Frau nahm uns für mehrere Stunden bei sich auf, gab uns Wasser und einen Platz im Schatten. Wir konnten uns kaum verständigen, aber sofort war klar: Ihr seid willkommen. Diese Gastfreundschaft werde ich nie vergessen.

Marie Tensing: Für mich sind es eher viele kleine Begegnungen. Menschen, die ihre Tür öffnen, die sich Zeit nehmen oder Interesse zeigen. Diese Selbstverständlichkeit, mit der man aufgenommen wird, hat mich beeindruckt.

 

Was würden Sie jungen Menschen sagen, die überlegen, selbst ein MaZ-Jahr zu machen?

Marie Tensing: Macht es. Aber habt Geduld. Manches braucht Zeit. Bis man angekommen ist, bis man versteht, worum es eigentlich geht. Wer sich darauf einlässt, kann eine unglaublich prägende Erfahrung machen.

Felix Ickerodt: Ich würde auch sagen: Macht es. Es ist eine einmalige Chance. Man sammelt Erfahrungen, die einen ein Leben lang begleiten und prägen.

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Mehr über MaZ erfahren

Weitere Informationen zum Programm Missionar auf Zeit (MaZ), Erfahrungsberichte und Bewerbungsunterlagen finden Sie auf den Webseiten der Steyler Missionare und Steyler Missionsschwestern:

freiwilligendienste.steyler-mission.de

inspirit.steyler-missionsschwestern.de

Fragen zum MaZ-Programm beantwortet das Team per E-Mail: freiwilligendienste@steyler-mission.de

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Wenn Sie Missionarinnen und Missionare auf Zeit unterstützen möchten, freuen sich die Steyler Missionsschwestern und die Steyler Mission über Ihre Spende.

Steyler Missionsschwestern e. V.
IBAN: DE48 3862 1500 0000 1043 60
BIC: GENODED1STB
Verwendungszweck: MaZ-Arbeit

Steyler Mission gGmbH
IBAN: DE77 3862 1500 0000 0110 09
BIC: GENODED1STB
Verwendungszweck: MaZ-Solifond

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