Erstellt von Xenia Frenkel
Leben & Gesellschaft

Lebensernte: Was möchten Sie hinterlassen?

Beschreibung

llustration: vecteezy

Wir haben gefragt: Was möchten Sie einmal hinterlassen? Die persönlichen Antworten erzählen von Glauben, Hilfsbereitschaft, Musik, Liebe, Zusammenhalt und Erinnerungen, die über das eigene Leben hinaus weiterwirken.

Samenkörner der Freude

Ich würde mich darüber freuen, wenn meine Lebensernte, Samenkörner der Freude an und aus dem Glauben wären, die mir geschenkt wurden, die ich weitergeben durfte und die aufblühen und immer neu Samen tragen. Diese Freude und unendliche Erleichterung des Alltags, dass Gott Leben schenkt, trägt und in die Ewigkeit aufblühen lässt.

Pater Stephan Dähler SVD

 

Ehrlichkeit und Hilfsbereitschaft

In der Kultur, in der ich in Ghana aufgewachsen bin, gibt es ein Sprichwort, das mich seit meiner Kindheit begleitet: „Ein guter Name ist besser als großer Reichtum“ („A good name is better than riches“). Dieser Gedanke hat mich tief geprägt und ist in der Tat etwas, das ich mir zu Herzen genommen habe.

Als Ordensmann hilft mir das Armutsgelübde, mich auf das Wesentliche, das wirklich Wichtige, zu konzentrieren: Nicht materieller Besitz macht den Menschen reich, sondern ein Leben, das vom Evangelium, von Ehrlichkeit, Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft geprägt ist.

Ich möchte anderen Gutes tun, ohne dabei zuerst an mich selbst zu denken. Mein Wunsch ist es, so zu leben, dass ich ein kleines Vorbild für andere werden kann, indem ich Christus nachahme (1 Kor 11,1b). Wenn Menschen sich einmal an mich erinnern, dann hoffe ich, dass sie sagen können: „Der Pius war ein einfacher Mensch – ehrlich, hilfsbereit und mit einem offenen Herzen für andere.“ Wenn ich mit meinem Leben die Ernte so einbringen könnte, wäre das für mich das schönste und wertvollste Vermächtnis, das ich hinterlassen könnte.

Pater Pius Oduro SVD

Musik, die trägt und tröstet

Eine große Leidenschaft ist für mich das Musizieren auf allen möglichen - auch ausgefalleneren - Instrumenten wie dem Dudelsack. Als Laienmusiker bin ich mir meiner Mittelmäßigkeit bewußt, habe mich aber immer wieder getraut, diese Fähigkeit einzusetzen, weil ich meine, diese Begabung ist mir nicht nur zum eigenen Vergnügen geschenkt worden, sondern um auch andere daran teilhaben zu lassen. Ich konnte und kann ernten, dass es Menschen guttut, wenn ich meine Instrumente und Stimme bei der Gestaltung von Gottesdiensten und anderen Gelegenheiten einsetze. Was als Ernte "hängen bleibt", erlebe ich immer wieder einmal, wenn eine Verkäuferin oder ein Handwerker sich erinnert: "Ah, Sie san doch dea mid da Gitarre, des oiwei dabei ghabt ham im Reliunterricht.“

Ein großes Anliegen und zugleich eine ganz schöne Herausforderung, war und ist, einfach glauben und glaubwürdig im Miteinander zu leben. Die letzten fünf Jahre als hauptamtlicher Religionslehrer in den Förderschulen für geistig und körperlich behinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben mich da sehr geerdet, reich mit Anerkennung beschenkt und im guten Sinn demütig und dankbar gemacht, dass ich mich als der angenommen wußte, der ich einfach bin.

Hans Anetzberger, Passau, Leser

Herzenssache

Meine Lebens-Ernte soll nicht aus materiellen Dingen bestehen. Sondern aus Spuren von Liebe, Geborgenheit, Zusammenhalt, Humor und schönen Erinnerungen, die ich Menschen hinterlassen habe. Ich wünsche mir, dass gemeinsame Zeit, die ich mit geliebten Menschen verbracht habe, in ihren Herzen weiterlebt.

Christine Tür, Missionsprokur St. Gabriel International

Harmonie in der Familie

Meine Gedanken über das, was nach mir bleiben sollte: Ich wünsche mir, dass die gute Atmosphäre, die in unserer Familie herrscht auch in Zukunft erhalten bleiben wird. Und meine beiden ethnografischen Arbeiten über Badener Themen vielleicht etwas zur Geschichte unserer Stadt beitragen können/konnten.

Dr. Eva Kubalek, Leserin

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Was bleibt, wenn wir auf unser Leben zurückschauen? Der Beitrag „Was uns weiterträgt“ von Xenia Frenkel aus der aktuellen Ausgabe geht dieser Frage nach. Er lädt dazu ein, auf Irrwege und Versäumtes ebenso zu blicken wie auf das, was gewachsen ist, Sinn gestiftet hat und Kraft für alles Kommende gibt.

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