Steyler Impulse und Gebete zur Adventszeit
Beschreibung
Schritt für Schritt in Richtung Weihnachten: An jedem Adventssonntag stellen Steyler Missionare hier Impulse, Gebete und inspirierende Ideen vor – für eine Vorweihnachtszeit, die Herz und Alltag berührt
Besinnung - von Pater Christian Tauchner SVD
Der vorweihnachtliche Brauch des Herbergsuchens mit den Duettstimmen der beiden Suchenden und den schroffen Ablehnungen des Wirts ist jetzt an sein trauriges Ende gekommen: für das „hochheilige Paar“ gibt es keinen Platz in der Stadt, die beiden Migranten werden an den gesellschaftlichen Rand verwiesen. Dort, „im Stall“ kommen sie unter, dort kommt das Kind zur Welt. Andere an den Rand gedrängte Arme bekommen das Ereignis mit. Für sie klingt es himmlisch, wenn ein Kind zur Welt kommt, sie hören die Engel singen. Und sie finden tatsächlich auch das Kind mit seinen Eltern. Die Hirten verstehen und nehmen die gute Nachricht zu ihrer Gruppe mit, hinaus aus der Stadt, hinaus ins Weite.
Was im Brauchtum ein ergreifendes Schauspiel ist, wiederholt sich heute in unserer Gesellschaft auf brutale Weise. Diese Realität hat mit besinnlichem Brauchtum nichts mehr zu tun: Die Türen werden Migranten und Hilfesuchenden vor der Nase zugeknallt, die Grenzen hochgezogen, überall sollen verstärkt „Sicherheitskontrollen“ durchgeführt werden.
Im Brauchtum und für die Gläubigen, die an diesem Herbergsuchen teilnehmen, ist immer klar gewesen: die Verweigerung von Menschlichkeit und Aufnahme der Hilfesuchenden – „der Wirt“ – ist eine schwerwiegende Verfehlung. Das Herbergsuchen endet deswegen ja auch mit einem gemeinsamen Punsch, mit Keksen und Aufwärmen bei der Familie, die die Marienstatue für einen Abend bei sich aufnimmt.
Klar ist auch am Heiligen Abend dieses Jahres: Die Politik der Zurückweisung von Migranten und Flüchtlingen in unseren Tagen ist ein Glaubensproblem, denn es geht zu Weihnachten um Menschwerdung. Da können noch so viele Weihnachtsgeschenke unter dem Christbaum liegen – sie schaffen es nicht, das wesentliche Geheimnis dieser Heiligen Nacht auszublenden: unsere Gesellschaft grenzt Gott selber aus und verbaut sich letztlich das Heil und Lebensmöglichkeiten.
Trotzdem gilt auch zu diesen Weihnachten die Frohbotschaft: Gott wurde und wird Mensch – bei den Hirten und außerhalb der guten Gesellschaft kommt er zur Welt. Die Herbergsucher sollten ihn dort gefunden haben, in dieser „stillen, heiligen Nacht“ und an jedem anderen Tag des Jahres.
Pater Christian Tauchner SVD
Sr. Agathe Bramkamps Advents-Impuls
Advent~Ankunft
Wir haben das alle erfahren: von irgendwoher angekommen zu sein. Ein Entschluss muss voran gegangen sein, sich auf den Weg zu machen, um ein gestecktes Ziel zu erreichen. Und der Weg, vielleicht lang und beschwerlich, liegt vor dieser Ankunft; eine Reise, wohl geplant oder von Zwischenfällen geplagt und fast entgleist, hat uns doch ans Ziel geführt. Da klingt Erleichterung mit, etwas ist geschafft, man hat einen Weg hinter sich gebracht.
Advent-Ankunft: Was wir im kleinen, menschlichen Leben erfahren, davon spricht die Heilsgeschichte – und wir erinnern uns im Rahmen des kirchlichen Jahreskreises an die lange Wegstrecke. Wir können an die vielen tausend Jahre der Menschheit denken, die immer unterwegs war, ihrem Gott entgegen zu leben. Wir können das Wunder der Ankunft Christi bedenken, und jedes Jahr die Hoffnung und Sehnsucht erneuern, Gottes Ankunft unter uns besser zu erkennen, sie uns gläubig zu Herzen zu nehmen, und den Verheißenen und Erhofften freudig aufzunehmen.
Gott ist immer unterwegs zu uns. Und er macht seine Ankunft bemerkbar, sucht unsere Bereitschaft, ihn als Gast und Freund aufzunehmen. Aber wie freudig und begeistert sind wir, wenn sein Kommen uns herausfordert, wenn wir etwas ändern müssten in unserm Leben, in unseren Ansichten, Urteilen, Plänen, um ihm zu begegnen und aufzunehmen?
Wir werden herausgefordert von seiner Herbergssuche. Wie aufnahmefähig sind wir? Wem wollen wir die Tür nicht öffnen? Wem verweigern wir die “Ankunft”?
Ankunft des Herrn – das können wir jetzt weiterdenken: wer ist der Herr, wie kommt er zu uns, und wie muss mein Leben und Denken sich ändern, um an diesem Weihnachtsereignis teilzuhaben – Gott mit uns?
Sr. Agathe Bramkamp SSpS
Pater Jobin Joseph SVD über das Beschenktsein
Geschenke unter dem Weihnachtsbaum gehören zum Fest dazu - sie erinnern uns an das Geschenk, dass Jesus für uns Menschen ist. Aber auch wir Menschen dürfen ein Geschenk füreinander sein, sagt Pater Jobin Joseph SVD in seinem Impuls zum vierten Advent. Wir alle können ein Licht für einander sein, indem wir einander mit offenen Herzen begegnen - und so Hoffnungsbringer und Hoffnungsbringerinnen werden.
Sr. Ignatiele Forsthövels Gedanken zum Advent
Advent – meint Ankunft. – „Reise beendet“!?
Ja, angekommen ist Emmanuel, Gott mit uns.
Angekommen! Angenommen?
Diese Ankunft gilt nicht Weihnachten allein.
Gott will mit jedem von uns in inniger Beziehung sein.
An guten wie an schweren Tagen soll sie unser Leben tragen.
Advent: auf Gottes Stimme hören,
– wenn nach langem Suchen
mit ganzem Herzen,
Gott sich finden lässt. Jer. 29:14
Advent – ist an Gottes treue Zusage glauben.
„Kann eine Mutter ihr Kind vergessen?
Oder eine Schwangere ihr Baby in ihrem Leib?
Und selbst wenn sie es vergessen könnte,
ICH kann es nicht.“
„Herr, breite deine Hände aus über uns,
rühre uns an mit deiner Macht:
die Leben schafft, Liebe entfacht, Freude schenkt, Frieden stiftet,
Dunkelheit erhellt, Traurige fröhlich macht...“
Die Sequenz „Komm, o Geist der Heiligkeit“ im adventliche Sinn zu beten, lohnt vor allem in diesen Wochen.
… komm, der gute Gaben gibt...
komm der jedes Herz erfreut...
Sr. Ignatiele Forsthövel SSpS
Pater Jobin Joseph SVD über die Entdeckung des Lichts
Der Steyler Pater Jobin stammt aus Indien, wo die Menschen sich mit dem Wort "Namaste" begrüßen. Es bedeutet "Ich verbeuge mich vor dem Licht in Dir" - und es bedeutet, nicht auf Äußerlichkeiten zu achten, sondern das Gute, das Göttliche in jedem Menschen. Gar nicht immer leicht. Und gleichzeitig: Wie gut tut es, wenn ein anderer unser Licht sehen kann, gerade, wenn wir es selbst nicht mehr sehen können? Sprechen wir unseren Mitmenschen also Mut zu - es kann das Herz eines Menschen verändern. Und dann beginnt Weihnachten schon jetzt.
Sr. Alicja Piszczek SSpS zum „Lebensadvent“ und der Vorfreude auf den ewigen Frühling „Primavera“
Vor einigen Jahren machte ich Straßenexerzitien in Kehl bei Straßburg. Ab dem ersten Tag wurde mir - außer den vielen Menschen - eine Begegnung mit „Primavera“, so taufte ich die Statue an der Villa Schmidt, wichtig. Sie sprach mich an. Durch ihre Haltung. Ich besuchte sie zwei Mal täglich und spürte den Fragen nach, die in mir wach wurden: Auf wen wartet sie? Wen sehen ihre geschlossenen, nach Innen schauenden Augen? Wem hört sie zu? Was hört sie?
Als Antwort kam mir öfters das Kanon-Lied in den Sinn, das ich halblaut sogar singen musste: „Meine Seele, meine Seele, wartet auf den Herrn, wie die Wächter auf den Morgen. Du allein, Du allein bist die Erlösung.“
An diese Statue denke ich, wenn ich an Advent denke. Und an noch etwas: Ein mittlerweile verstorbener Freund sagte einmal zu mir: „Alicja, unser ganzes Leben ist Advent. Indem wir täglich froh auf den Herrn zugehen und im Glauben darauf, dass der Herr selbst uns entgegenkommt.“ Ganz tief in mir spüre ich, dass ich diesen Worten wie einer Einladung dankbar folgen kann.
Liebe Leserinnen und Leser, Ihnen und mir selbst wünsche ich - für heute sowie für unseren „Lebensadvent“ - dass DER, auf den wir warten, uns im Verborgenen entgegenkommt.
Schwester Alicja Piszczek SSpS
Pater Jobin Joseph SVD darüber, was wir für andere tun können
Oft fragen wir uns, was wir in einer Welt voller Leid, Armut und Krieg tun können. Doch Pater Jobin sagt: Wir müssen nichts Großes tun, um Großes zu bewirken. Es kann genügen, einem Menschen ein kleines bisschen Licht zu schenken, ein Lächeln, eine Aufmerksamkeit. Das kann diesen Menschen schon verändern - und vielleicht auch uns selbst.
Pater Peter Claver Narh SVD über den Frieden
Advent ist die Zeit der Ankunft – nicht nur von außen, sondern auch in uns selbst. Die Adventszeit ist nicht nur eine Zeit der Erwartung, sondern auch eine Einladung zum Frieden. In einer Welt voller Lärm, Konflikte und Unruhe ruft uns der Advent dazu auf, Frieden zu suchen – sowohl in uns selbst als auch im Umgang mit anderen.
Vielleicht ist es gerade jetzt dran, einen Schritt auf jemanden zuzugehen. Einen alten Streit ruhen zu lassen. Oder einfach still zu werden und dem inneren Frieden, den Jesus bei seiner Ankunft schenken möchte, Raum zu geben.
Pater Peter Claver Narh SVD
Pater Jobin Joseph SVD über den Advent als Einladung
Zum Anzünden der ersten Kerze am Adventskranz spricht der Steyler Pater Jobin Joseph SVD über die Wirkung von Licht - das zeigt sich im Kleinen, wenn das Entzünden einer Kerze einen Raum erhellt. Es zeigt sich aber auch im Großen, an Weihnachten, als ein Stern Jesu Geburt ankündigte. Und sagte Jesus nicht über sich selbst "Ich bin das Licht der Welt"? Und dieses Licht sollte auch in uns und durch uns leuchten.
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