Das Kreuz ist Erkennungsmerkmal und wichtigstes Symbol des Christentums. Es erinnert an die Kreuzigung von Jesus.
Am 14. September feiert die römisch-katholische und die orthodoxe Kirche das Fest Kreuzerhöhung (lat. exaltio crucis). Dieses Fest geht vermutlich auf Kaiserin Helena, die Mutter von Kaiser Konstantin, zurück. Einer Legende zufolge soll sie in Jerusalem das Kreuz gefunden haben, an dem Jesus gestorben ist. An der Fundstelle auf dem Golgota-Hügel errichtete Kaiser Konstantin eine Kirche.
Diese Kirche, bis heute bekannt als Auferstehungs- und Grabeskirche, wurde am 13.9.335 geweiht. Am Tag nach der Kirchweihe trug der Patriarch von Jerusalem, Makarios I., das Kreuz auf eine Anhöhe und zeigte es den wartenden Menschen. Er „erhöhte" das Kreuz. So bekam das Fest seinen Namen.
In den darauffolgenden Jahren kamen an diesem Tag jedes Jahr so viele Gläubige nach Jerusalem, dass die Kreuzerhöhung der eigentlichen Kirchweihe seit Mitte des 6. Jahrhundert den Rang ablief.
Später brachte man das Fest auch in Verbindung mit der Wiedergewinnung des Kreuzes durch Kaiser Heraklius im Jahr 628. In einem sieglosen Krieg war das Kreuz an die Perser verloren gegangen. Heraklius brachte es zurück an seinen Platz in Jerusalem.
Seit wann feiert man Kreuzerhöhung?
Kreuzerhöhung wird seit dem 4. Jahrhundert gefeiert. Das Fest ist damit älter als Weihnachten. Im 6. Jahrhundert wurde das Fest der Kreuzerhöhung von der Kirche in Rom übernommen.
Lange Zeit konkurrierte Kreuzerhöhung mit einem gallischen Kreuzfest am 3. Mai. Schließlich feierte man am 14.9 die Rückführung durch Kaiser Heraklius und am 3. Mai die Kreuzauffindung durch Kaiserin Helena. Das Fest am 3. Mai wurde erst nach der Liturgiereform unter Papst Johannes XXIII aus dem Festtagskalender gestrichen.
Im heute gültigen Messbuch gibt es nur noch das Fest Kreuzerhöhung am 14. September, das an beide Ereignisse erinnert.
Wie wird Kreuzerhöhung gefeiert?
Das Hochfest wird in der katholischen Kirche üblicherweise mit feierlichen Messen begangen.
Die Texte der Liturgie sind:
- Lesungen: Num 21,4-9 oder Phil 2,6-11
- Evangelium: Joh 3,13-17
Den Jerusalemer Ritus der Kreuzerhöhung kann man allerdings erst am Karfreitag erleben. Viele Bestandteile sind in der Kreuzverehrung der römischen Karfreitagsliturgie erhalten geblieben.
Für orthodoxe Christen hat das Fest eine besondere Bedeutung. In den katholischen Ostkirchen zählt Kreuzerhöhung zu den 12 großen Festen des Kirchenjahres.
Die Gläubigen erinnern sich sowohl an die Auffindung des Kreuzes durch Kaiserin Helena als an die Rückführung durch Kaiser Herakleios. Das eigentliche Fest der Kreuzerhöhung schließt sich einem Fastentag an. Eine Vielzahl regionaler Traditionen begleitet den Feiertag während der darauffolgenden achttägigen Festoktav.
Das Geschäft mit dem Kreuz
Nach der Kreuzauffindung wollen immer mehr Bischöfe Partikel vom "Wahren Kreuz" für ihre Gemeinden. Ein lebhafter Reliquienhandel entsteht.
Heute befinden sich die größten Kreuzreliquien in Rom, auf dem Berg Athos, in Brüssel, Venedig, Gent, Paris und Limburg. Oft kunstvoll in Stein oder Gold eingefasst sind diese Reliquien sehr wertvoll.
Habe ich an Kreuzerhöhung frei?
Kreuzerhöhungist kein gesetzlicher Feiertag in Deutschland, Österreich oder der Schweiz.
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