Die Herz-Jesu-Verehrung in der katholischen Kirche gründet sich auf einen Vers aus dem Johannes-Evangelium: Das durchbohrte Herz des Gekreuzigten ist die Quelle der Sakramente und der Kirche.
(...) sondern einer der Soldaten stieß mit dem Speer in seine Seite und sogleich kam Blut und Wasser heraus
Johannes 19, 34
Am Herz-Jesu-Tag wird Jesus Christus mit dem Symbol des Herzens als die personifizierte Liebe verehrt.
Seit wann wird das Herz-Jesu-Fest gefeiert?
1856 wurde das Herz-Jesu-Fest (lat. Sollemnitas sacratissimi Cordis Iesu) offiziell in den katholischen Kirchenkalender aufgenommen: Papst Pius IX. führte es als Gedenktag für die ganze Kirche ein. Papst Leo XIII. machte es dann im Jahr 1899 zu einem Hochfest. Seit dem findet es am dritten Sonntag nach Pfingsten statt.
Wie ist das Fest entstanden?
Im 16./17. Jahrhundert wurde die Herz-Jesu-Verehrung insbesondere durch den Jesuitenorden gefördert. Der Mystiker Ignatius von Loyola, Ordensgründer der Jesuiten, stellte die Herz-Jesu-Verehrung ins Zentrum seiner Spiritualität.
Auch die französische Ordensgemeinschaft der Oratorianer verbreitete die Herz-Jesu-Verehrung. Populär wurde das Fest nicht zuletzt durch die Visionen der Margarete Maria Alacoque († 1690). Ihr erschien Jesus – auf sein Herz zeigend. Der Wunsch nach einem eigenständigen Fest wurde laut.
Der Oratorianer Johannes Eudes († 1680) erhielt vom Bischof von Rennes 1672 schließlich die Erlaubnis, das Herz-Jesu-Fest in seiner Gemeinschaft zu feiern. Es wurde am Freitag, 8 Tage nach Fronleichnam, begangen. Im 18. Jahrhundert breitete sich das Herz-Jesu-Fest dann in Frankreich, Italien und Deutschland aus.
Durch Papst Clemens III. erfuhr das Fest 1765 eine erste offizielle Anerkennung. Aber erst unter Pius IX. wurde es 1856 für die ganze Kirche verbindlich.
Lieben wie Jesus
Die bedingungslose Liebe Jesu Christi zu den Menschen ist zentrale Botschaft dieses Hochfests. Das Herz von Jesus wird als Symbol seiner Liebe bis zur Vollendung verehrt. Diese Verehrung kann Gläubige dazu ermutigen, dem Beispiel Jesu zu folgen und ihr Herz für andere Menschen zu öffnen. Das Fest erinnert daran, dies immer wieder neu zu versuchen.
Das Herz als Symbol
Mit Herz ist nicht das Organ, sondern vielmehr der Sitz der Emotionen gemeint. Das Herz symbolisiert das gefühlsmäßige Zentrum des Menschen. Wegen dieser Bedeutung wird es in der katholischen Kirche verehrt. Das Herz ist auch heute noch ein Symbol, das deutlich machen soll, wie wichtig die Liebe für den Menschen ist. Am Herz-Jesu-Fest steht also die Feier der Liebe Gottes zu den Menschen im Mittelpunkt.
Gebet zum Heiligen Herzen Jesu
Heiligstes Herz Jesu, Quelle alles Guten, ich bete Dich an,
ich glaube an Dich, ich hoffe auf Dich,
ich liebe Dich und bereue alle meine Sünden.
Dir schenke ich dieses mein armes Herz, mache es demütig, geduldig, rein
und in allen Deinen Wünschen entsprechend.Gib o guter Jesu, dass ich in Dir lebe und Du in mir lebst.
Beschütze mich in Gefahren, tröste mich in Trübsal und Betrübnissen.
Gewähre mir die Gesundheit des Leibes und der Seele, Deinen Segen für alle meine Werke
und die Gnade eines heiligen Todes. Amen.Papst Benedikt XV.
Es gibt auch Kritik am Herz-Jesu-Fest
Die Herz-Jesu-Frömmigkeit ist verbunden mit dem Gedenken von Jesu Leiden und Tod. Dabei steht das Herz für die Person als ganze. Das Fest behält seinen Sinn überall dort, wo die Herz-Jesu-Frömmigkeit bei den Gläubigen verwurzelt und seine Feier lebendiger Ausdruck ist.
Die Spiritualität und damit auch das Fest offenbaren vom mittelalterlichen Ansatz her allerdings eine isolierende Tendenz. Es wird hier ein Teil aus dem Ganzen herausgelöst, nicht nur etwa das Leiden, sondern ein Körperteil des Leidenden, das durch die Lanze geöffnete Herz. Auf der Ebene dieses Bildes bleibt die Beschränkung auf ein körperliches Organ vorherrschend, auch bei allen neueren Versuchen, sie zu überwinden.
Herz-Jesu-Feuer
In Tirol und Südtirol gibt es seit über 200 Jahren die Tradition der Herz-Jesu-Feuer. Dieser Brauch geht auf den Herz-Jesu-Schwur im Jahr 1796 zurück, mit dem die Tiroler Einheit im Kampf gegen Franzosen und Bayern gezeigt werden sollte. Zum Zeichen des Schwurs wurden damals Bergfeuer entfacht.
Seither erneuern die Gläubigen in den Kirchen jedes Jahr am Herz-Jesu-Sonntag das Herz-Jesu-Gelöbnis. In vielen Pfarrgemeinden gibt es zudem Herz-Jesu-Prozessionen.
Aktionen rund um den Herz-Jesu-Tag
In Anlehnung an den Herz-Jesu-Tag wird in Tirol am Herz-Jesu-Freitag der Tag der Herzlichkeit gefeiert. Unter dem Motto „Herz haben. Herz zeigen!" hat beispielsweise der Bischof-Stecher-Gedächtnisverein in Innsbruck die Initiative „Offene Herzen", verbunden mit einer Aktionswoche, ins Leben gerufen. Über 30 Veranstaltungen und viele Impulse sollen eine wertschätzende Kultur des Miteinander fördern.
Informationen und Eindrücke rund um den Herz.Jesu-Tag in Tirol finden Sie hier:
www. glaubeimstubai.at
www. herzensbruecken.at
www.dibk.at
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