Egal, wie viele Weihnachtsfeste man schon erlebt hat – in Erinnerung bleiben die ersten Male: das erste mit dem Partner, mit den Kindern, den Enkelkindern, im neuen Zuhause oder im Ausland. So geht es auch Duns Helbero SVD (32). Für den jungen Steyler Missionar wird dieses Weihnachtsfest ein besonderes - sein erstes als Priester. Auch nach fünf Jahren in Deutschland wundert er sich immer wieder aufs Neue, wie sehr das Weihnachtsfest Stimmung und Menschen verändert. „Deutschland ist ein säkularisiertes Land, aber zu Weihnachten lassen sich die Menschen berühren“, sagt er. Darauf freut er sich: dass Menschen zusammenkommen – Familien und Freunde, dass sie ihre Zeit im Gottesdienst verbringen.
Wenig Schlaf, viel Arbeit
Exerzitien, also Tage der stillen Besinnung, braucht er nicht, um sich auf Weihnachten vorzubereiten. Seine Besinnungszeit ist die Zeit, die er sich nimmt, um die Evangelien und Lesungen zu lesen. Er schaut sich gerne verschiedene Auslegungen an, liest, wie andere über die Texte nachdenken, welche Gedanken sie bewegen und überlegt, wie er daran anknüpfen kann. Weihnachten bedeutet für ihn auch: wenig Schlaf und viel Arbeit. Aber für Pater Helbero ist das die Sache wert. „Ich fühle mich geehrt, dass ich Teil des Weihnachtsfests meiner Gemeinde bin“, sagt er. Und in Sankt Nikolaus am Ammersee ist das Fest ohnehin besonders: „Weihnachten 2024 wurde der Christbaum mit Hilfe der Freiwilligen Feuerwehr an der Decke befestigt“, erzählt er. Ein Scherz? Keineswegs. „Gott ist Mensch geworden, das ist unvorstellbar, das stellt alles auf den Kopf. Diese Botschaft wollte unser Pfarrer sichtbar machen.“
Auch Heimweh gehört zu Weihnachten
Eine weiße Weihnacht mit viel Schnee – das wäre in einem bayerischen Dorf natürlich ein Traum. „Das passt einfach zur Kulisse“, sagt Pater Helbero und lacht. Aber wenn er dafür seine Steyler Mitbrüder besuchen kann, der nächste wohnt rund 50 Kilometer entfernt in Augsburg-Lechhausen, verzichtet er gern auf das Winterwunderland. In der Gemeinde fühlt er sich inzwischen sehr wohl, ein bisschen Heimweh wird er aber trotzdem haben. Vor allem die philippinischen Weihnachtslieder werden ihm fehlen. „Zu Weihnachten kann ich nicht in meine Heimat reisen“, sagt er. „Aber 2027 werde ich den Jahreswechsel wohl wieder auf den Philippinen verbringen.“ Vielleicht kann er seiner Gemeinde bis dahin eines dieser Lieder in seiner Muttersprache beibringen. Seit dem letzten Ministrantenwochenende ist er optimistisch: „Das wird gut werden.“ Ansonsten ist er auch mit dem deutschen Repertoire sehr zufrieden. Und besonders gerne stimmt er an, was ihm am Herzen liegt: „Oh, du fröhliche …“




