Erstellt von Xenia Frenkel
Die Steyler & ich

Steyler im Widerstand

Beschreibung

Collage von Fotos und Gemälden der Steyler Märtyrer
Einige der mutigen Steyler werden heute als Märtyrer verehrt

Diese Steyler stellten sich gegen Diktaturen - manche bezahlten mit ihrem Leben dafür | Fotos: SVD

Franz Riepe, Alojzy Liguda und Jorge Novak Stellvertretend für alle Steyler, die sich im Namen christlicher Nächstenliebe weltweit für Recht und Gerechtigkeit einsetzen und dafür in der Vergangenheit sogar mit dem Leben bezahlten. Sie wurden neben Stanisław Kubista, Ludwik Mzyk und Grzegorz Frąckowiak in das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts aufgenommen

Ein stolzer polnischer Priester

Alojzy Liguda SVD, geboren am 23. Januar 1898 in Oppeln, Stadtteil Winau, war bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieg Rektor im Steyler Missionshaus St. Joseph in Górna Grupa, das die SS und Gestapo wenig später zu einem Sammellager für polnische Geistliche umwandelte. Sein mutiger, aufopferungsvoller Einsatz für Mitgefangene sowie seine Erklärung, er sei Pole und habe die Absicht, auch in Zukunft in Polen als Priester zu arbeiten, brachten ihn erst ins Konzentrationslager Stutthof, von dort nach Sachsenhausen und schließlich ins Krankenrevier des KZ Dachau, wo SS-Ärzte grausame medizinische Experimente an Häftlingen durchführten. In der Nacht vom 8. auf den 9. Dezember 1942 wurde Alojzy Liguda dort ermordet. Er ist in der römischkatholischen Kirche als Märtyrer anerkannt und wird als Seliger verehrt.

Mutiger Protest gegen die Verbrechen der argentinischen Militärjunta

Jorge Novak SVD, geboren am 29. Januar 1928 in San Miguel Arcángel, Argentinien, verstorben am 9. Juli 2001, trat 1947 der Ordensgemeinschaft der Steyler Missionare bei. Nach Empfang der Priesterweihe und einem Studium der Kirchengeschichte war er Dozent, später Rektor am Priesterseminar Rafael Calzada. 1976 ernannte ihn Papst Paul VI. zum Bischof von Quilmes. In den Jahren der Militärdiktatur von 1976 bis 1983 war Bischof Novak einer der wenigen mutigen argentinischen Bischöfe, der das systematisch und geheim durchgeführte gewaltsame „Verschwindenlassen“, die Folter und Ermordung von Oppositionellen öffentlich anprangerte und von den Verantwortlichen unermüdlich Antwort nach dem Schicksal der „Verschwundenen“ verlangte. Novak gehörte zu den Mitbegründern der Ökumenischen Menschenrechtsbewegung (Movimiento Ecuménico de los Derechos Humanos).

Keine Sakramente für Unterstützer des Nationalsozialismus

Franz Riepe SVD, geboren am 26. Juli 1885 in Ostercappeln, wurde im Februar 1941 verhaftet und ins Konzentrationslager Dachau verbracht, wo er am 13. August 1942 an Entkräftung verstarb. Sein „Verbrechen“: Riepe hatte im Rahmen seiner von der Gestapo überwachten Vortragstätigkeit das Hirtenschreiben der holländischen Bischöfe öffentlich verlesen. Darin wandten sie sich gegen den Ausschluss jüdischer Kinder von katholischen und öffentlichen Schulen und wiesen Priester an, Unterstützern des Nationalsozialismus die Sakramente zu verweigern. Heute erinnert an Franz Riepe ein Gedenkstein auf dem Friedhof von Stift Corvey. Ihm zu Ehren wurde in seinem Geburtsort Ostercappeln ein Stolperstein verlegt.

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